Erinnert Ihr Euch? Eigentlich wurde im Hauptausschuß ja die Unterstützung der Freifunk-Initiative beschlossen. Doch in Gütersloh gilt: wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst …

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Screen­shot aus Face­book
Wie Nobby Morkes am Mittwoch in einer geschlossenen Facebook-Gruppe (daher nur Screenshot und kein Link) im Kontext Freifunk für Flüchtlingsunterkünfte berichtete, ist der Beschluß zur Unter­stütz­ung der lokalen Frei­funk-Ini­tia­ti­ve vom 15.06.2015 von der Bür­ger­meisterin aus »formalen Gründen« beanstandet worden. Das geht zwar aus dem öffentlichen Ratsinfosystem nicht hervor, aber das olle Wahlvolk muß ja auch nicht alles mitbekommen. Ungers Verwaltung 0.5 verwaltet die Bürger halt lieber, als daß die mit ihnen etwas gestaltet.

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Screen­shot aus Face­book
Es soll nun Thema im Rat werden, lt. Nobby Morkes aber erst am 28.08. (.ics). Die seit dem Beschluß lt. Kalender abgehaltenen Ratssitzungen am 25.06. und 30.07. hatten keinen endsprechenden Tagesordnungspunkt; die Tagesordnung für die 13. Sitzung am 28.08. ist noch jungfräulich … Besondere Eile kann man Verwaltungchefin und Bürgermeisterin Unger somit nicht nachsagen; das hätte schon längst im Rat bearbeitet und entschieden werden können — so oder so.

Kurzum: außer Spesen nix gewesen — es gibt offensichtlich trotz des im Haupt­aus­schuß ge­faß­ten Be­schluss­es … keinen Be­schluß in der Sache. Fühlt sich an, als stünde der Spaten­stich für ein zweites Theater un­mittel­bar bevor.

An dieser Stelle muß dann auch mal mit einem, von der Ersten Beigeordneten Lang wieder­holt vor­ge­brachten, Vorwurf aufgräumt werden:

Es sei schließlich schon merkwürdig, nach öffent­licher Unter­stützung zu rufen, wenn Frei­funk doch immer das bür­ger­schaftliche En­ga­ge­ment betone.

Allerdings: die Anträge, aufgrund derer sich der Hauptausschuß der Stadt mit Freifunk beschäftigte, stammen von Fraktionen des Rats (einer von der CDU, ein zweiter von BfGT, Grünen und Linken). Deren Inhalt war, daß die Stadt die Zusamenarbeit mit der Freifunk-Initiative prüfen bzw. suchen sollte. Nicht mehr, nicht weniger — wir haben die Anträge hier schon dokumentiert.

Der von der Ersten Beigeordneten Lang augenscheinlich zu erwecken versuchte Eindruck, die Freifunk-Initiative wolle quasi mit dem Saugbagger ans Stadtsäckel, ist lächerlich: Die derzeit gut 280 Router im kreisweiten Netz haben Bürgerinnen und Bürger, Selbständige und Unternehmen finanziert, und diese finanzieren auch ihren Unterhalt. Dieses bürgerliche Engagement kostet die Stadt Gütersloh keinen Cent.

Wo die Stadt Gütersloh von der Freifunk-Initiative profitieren könnte, wäre z. B. bei der Versorgung der Wartebereiche im Rathaus mit freiem WLAN; unter anderem diese Möglichkeit zu nutzen, ist Gegenstand des Antrags von BfGT, Grünen und Linken. Die Kosten für die Stadt beliefen sich auf die Anschaffungs- und Installationskosten — wie bei jedem anderen, der bei Freifunk mitmacht, s. o. (Um eine Hausnummer zu nennen: bei Nutzung vorhandener professioneller WLAN-Infrastruktur und vorhandener Internetzugänge — wie zum Beispiel bei westaflex — läge die Hardwareinvestition unter 100 EUR.)

Wo die Stadt Gütersloh der Freifunk-Initiative helfen könnte, wäre bei der Zurverfügungstellung von Dach-/Gebäudeflächen für WLAN-Router/-Antennen und, in dem Zuge, der Energie für deren Betrieb.
Nicht, daß Freifunk Gütersloh dies bislang angefragt hätte. Soviel also zum »nach öffentlicher Unterstützung rufen«.

Wie dem auch sei, natürlich steht es der Stadt Gütersloh auch in Zukunft frei, mitzumachen — Freifunk ist und bleibt ein freies und offenes Netz.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel?

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