Wie schon berichtet, geht die Erneuerung der Infrastruktur inkl. Änderungen an der Firmware weiter.

Mit dem nächsten Schritt werden wir dem »fastd«-Protokoll den Rücken kehren und auf L2TP als Tunnel-Lösung umstellen. Hierzu gibt dieser Beitrag ein paar Hinter­grund­in­for­mationen.

Vorteile:

  • Höherer Datendurchsatz auch bei kleinen Routern:
    Da L2TP ein Protokoll ist, welches direkt durch den Linux-Kernel unterstützt wird, gibt es weniger sogenannte Contextswitches zwischen Kernel- und Userspace. Dies führt zu einem erheblichen Durchsatzzuwachs. Mit dem veralteten, aber auch weit verbreiteten, Router TP-Link WR841N sind Geschwindigkeiten bis zu 30 Mbit/s möglich; mit größeren Modellen deutlich mehr (sofern es lokaler Internetzugang und die Infrastruktur in unserem Backend erlauben).
     
  • Entlastung der Gateways:
    In geringerem Umfang, aber prinzipiell genauso, profitieren auch unsere Gateways von der niedrigeren Last durch den Wechsel auf L2TP. Theoretisch stehen auch bei stärkerer Nutzung unseres Netzwerkes nun mehr Resourcen zur Verfügung — wir werden sehen, wie das in der Praxis sich zeigt.

Nachteile:

  • IPv4-only:
    Die eingesetzte Lösung, die die L2TP-Tunnel zwischen Gateways und Knoten aushanelt, kann derzeit Tunnel nur über das veraltete Protokoll IPv4 aufbauen. Insbesondere an Kabelanschlüssen mit »DS-Lite«, also ohne »echte« IPv4-Adresse und providerseitigem Tunneling von IPv4 über IPv6, kann sich dies als Nachteil erweisen (MTU, Durchsatz).

Die entsprechende Firmware und die dazugehörigen neuen Gateways sind derzeit im Alpha-Test. Aus technischen Gründen (Wechsel auch der Batman-Version) können alte und neue Firmware nicht koexistieren — die Test-Firmware spannt daher die SSID »l2tp.Kreis­GT.frei­funk.net« (und »l2tp.mue­ritz.frei­funk.net« sowie »l2tp.feld­berg.frei­funk.net«) auf, was zu einer kurz­zeitig gefühlt schlechteren Abdeckung führen wird.

Umstellung auf L2TP