Seit 2014 sind die TP-Link WR 841 ND die Brot- und Butter-Knoten im Freifunk — nicht nur bei uns. Diese Zeit ist allerdings nun endgültig vorbei.

Screenshot
Moment­auf­nahme FFGT-Netz tags­über.

Es fällt nicht leicht, sich von unserem treuen Weggefährten, dem »841er«, zu verabschieden, besteht doch rund die Hälfte des Netzes aus eben diesen Geräten.

Aber es hilft ja nichts; schon in der (noch) aktuellen Firmware der 0.7.9er-Reihe (Basis: Gluon v2016.2.x) fällt der 841 mit partiell hoher Unzuverlässigkeit auf: von den 87 mit »stable«-Firmware installierten Knoten, die offline waren, waren 75, oder über 86 Prozent, 841er.
Über die Jahre haben wir viel gelernt — und wissen daher nun, daß der 841 für Zuhause mit 2-5 Clients ganz toll sein mag; als »echter« Access-Knoten hat er zuwenig RAM, zuwenig CPU — jenseits einstelliger Nutzerzahlen kann muß man sich auf Probleme einstellen :-( Dies gilt selbstverständlich nur für den Einsatz als Freifunk-Knoten; mit der Orginalfirmware haben wir ihn nicht getestet.

Kurzum: aus technischer Notwendigkeit deklarieren wir alle Geräte mit 4 MB Flash und/oder nur 32 MB RAM – bei Gluon läuft das unter ar71xx_tiny – als Auslaufmodelle, die keinen größeren Updates mehr erfahren. Und »tiny«, also winzig, ist auch der Grad zwischen Funktion und Überlast: Denn mit der Firmware 1.0 – Basis: Gluon v2018.1 – reduziert sich der freie Hauptspeicher in unlustige Regionen.

rrd-Graph
Haupt­speicher­be­darf Firm­ware 0.7.9 vs. 1.0.0 (Gluon v2016.2.4 vs. Gluon v2018.1).

Leider können wir hierdran nichts ändern; Flash- wie Hauptspeicher sind leider einfach zu klein.

Somit bleibt uns nur, diese Geräte »links liegen zu lasssen«, wenn wir den Rest des Netzes auf unsere Firmware 1.0 hieven (Basis v2018.1.x).

Für uns bedeutet dies einen doppelten Aufwand bei der bevorstehenden Netz­tren­nung, denn wir müssen auf Basis von Gluon v2016.2.x (OpenWRT 15.05/FFGT-Firm­ware 0.7.9) und Gluon v2018.1.x (LEDE 17.01/4830-Firm­ware 1.0.0) Firm­wares er­zeu­gen, testen und pflegen. Sobald wir mit der Netz­tren­nung durch sind, werden wir die Arbeit an FFGT-Firm­ware 0.7.9 einstellen — auch auf die Gefahr hin, daß alte Knoten »auf der Strecke bleiben«.

Irgendwann muß man halt alte Zöpfe abschneiden, so schwer das auch fällt :-( Nach aktuellem Stand empfehlen wir für die »Umsteiger« statt des 841ers die Fritz!Box 4020 — sie ist etwas teurer als vergleichbare Geräte anderer Hersteller, aber wir setzen auf die typische längerfristige Verfügbarkeit identischer Hardware durch AVM an dieser Stelle — was uns als auch Euch, den Nutzern, entgegenkommt.

Die Wege trennen sich

Bisherige Kommentare

  1. Cord says:

    Hmmm. zum Verständnis:

    die alten 841er Knoten als Legacy aber noch weiter, bekommen eben nur keine neue Firmware?
    Man könnte die Knoten auch noch weiter laufen lassen, z.B. als ‘Repeater’ hinter einer Fritzbox 4020?

    Wenn ja, sollte man das aufzeigen, solange die Dinger technisch ok sind, müssen wir ja niemanden nahelegen die Dinger wegzuschmeissen, ausserdem habe ich den Eindruck das die 841er deutlich bessere WLAN-Reichweiten erzielen als die Fritzboxen die ich bisher hatte (keine 4020)

  2. wusel says:

    Solange wir noch IBSS für’s Mesh nutzen (neue SoCs können wenn überhaupt nur 802.11s parallel zu AP — Wechsel wird binnen 12 Monaten dringender werden), werden 4 MB-Flash-Kisten wie die 841er noch als Knoten mitlaufen können, ja.

    Analoges gilt für batman-adv v14; die v15-Version in Gluon v2016.2.x ist rund 2 Jahre verbuggter als in v2018.1.x, das wird evtl. das 841er-Sterben beschleunigen (sprich, sie werden latent noch instabiler).

    Es stehen einfach mehrere nach hinten geschobene Netzumbauten an; nach Kräften wird die alte Firmware für 841 und Konsorten diese Änderungen mitliefern, aber alle Bugs, die vor gut 2 Jahren noch in Kernel und Modulen steckten – und die z. T. erst in Gluon v2018.1.x gefixt wurden –, sind halt da.

    Im Prinzip kann man 841er auf TP-Links Firmware zurückflashen und sie hinter einem Freifunk-Knoten per Kabel verbunden als reine Accesspoiunts betreiben. Ersteres müßte man sich angucken, wie einfach das tatsächlich sicher möglich ist, letzteres müßte man sauber als HowTo mal aufmalen.

    Reichweite/WLAN-Leistung: Ja, ich habe auch den Eindruck, daß eine 4020 nicht ganz so weit reicht wie ein 841. Fragt sich allerdings, ob der Rückweg von einem Mobilgerät zu einem 841 oder einer 4020 besser funktioniert (weiter strahlende Antennnen des 841 heißen nicht, daß ein ihn hörendes Mobilgerät auch stark genug ist, ein Signal zum 841 zurück zu senden?) — müßte man auch mal austesten …

  3. wusel says:

    13:04 < xxxxxxx> mein batman-adv2018.2 hat’s mal wieder kernelpaniced auf 4.15.0-32-generic

    … wobei wir dann vielleicht batman-adv v15 doch weiter auf die lange Bank schieben sollten :wink:

  4. tp-link reflash to org geht auf 2 wegen.

    1: bootloader aus der firmware mit dd if=orig.bin of=tplink.bin skip=257 bs=512 ausbauen und dann config mode -> flash firmware. siehe openwrt wiki
    bischen was hab ich vorbereitet, ist verifiziert. http://map.freifunk-nordheide.de/firmware/flash_back_to_org/
    2: tftp mit org firmware. problem zu wissen, was der tftp im bootloader will ohne serielle… lösung: https://nordheide.freifunk.net/wiki/TP-Link_Router_Recovery_per_u-boot-bootloader_mit_tfp-server_ohne_serielle_Console

    ubnt: nur tftp recover

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